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Die grossen Wassermütter

Amazonien Regenwald

Ursprünglich hatte bei den Indios jeder Fluss, jeder See seine Mutter, die als Schlange vorgestellt wurde.
Yacumama ist jedoch die Mutter aller Wesen des Wassers.
Es gibt die verschiedenen Arten von Yacumamas. Angash yacumama (die Blaue), puca yacumama (die Rote), yana yacumama (die Schwarze), anguila yacumama (elektrischer Fisch), lagarto yacumama, ein Krokodil. Curanderos treten mit Hilfe ihrer Gesänge mit ihnen in Kontakt, machen sie im Heilritual zu Verbündeten.
Yacumama, die grosse Wasser-Anaconda, gilt auch als Mutter der Wasser selbst. Es heisst, sie sei eine Riesenanaconda, die in den Tiefen des Rio Amazonas wohnt. Sie gilt als ein reales Wesen der Urzeit, es heisst sie sei etwa 60 Meter lang. Wenn sie dem Fluss entsteigt und über Land zieht, gibt es angeblich Erdbeben. Ihre Spuren im Wald kennen die Indios und Mestizos. Sie kann auch gefährliche Strudel erzeugen, explosionsartige Geräusche des Wassers produzieren, die Reisenden am Wasser haben grossen Respekt vor ihr. Es heisst, sie kann sich auch in ein Geisterschiff verwandeln.
Die Existenz der Seejungfrauen gilt am Amazonas als gesichert. Sie gehören zu den huiracucha, den weissen Wasserleuten bzw. den sirenas. Die Frage ist dort eher, wie lebt ein Mann mit der Sirena und der Ehefrau in Harmonie. Mancher Curandero muss aus nachvollziehbarem Grund auf die Sirena verzichten.
Die tian camuris, die Feen des Wassers, bringen dem Curandero die Medizinblumen. Von ihnen kann er auch wundervolle Icaros lernen, mit denen er heilt.
Yacuruna ist ein machtvoller Wassermann, eine Art amazonischer Neptun. Sein Reittier im Wasser ist das Krokodil, manchmal auch der Delfin. Bufeo colorado wird der rosarote Delfin genannt. Diese haben die Eigenschaften, sich angeblich gerne in schöne, blonde Gringos (Ausländer) zu verwandeln. Sie tanzen und trinken ausgelassen und verführen dann die Indio und Mestizen Mädchen. Vor dem Morgengrauen tauchen sie jedoch wieder in den Fluten der Flüsse unter.


Erzählt wird jedoch auch von Delfinen, die sich in wunderschöne Mädchen verwandeln, Männer verführen, die sie mit sich ins Wasser nehmen. Wenn die Männer sterben, verwandeln sie sich in Delfine, sie leben danach mit der Delfin Dame unter Wasser zusammen. Die Gefährlichkeit des Bufeos schreckt die Kinder von Tamishiyacu jedenfalls nicht, wenn sie in ihrer unmittelbaren Nähe im Amazonas den ganzen Tag über vergnügt zu baden.
Wenn man mit dem Boot von Iquitos nach Tamishiyacu fährt, wird man in jedem Fall graue Delfine sehen. Mit etwas Glück begegnet man auch einem rosaroten Delfin.
Wichtig ist dann in jedem Fall im Boot zu bleiben.




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