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Amazonien Regenwald
Schlagartig änderte sich die Welt der indigenen Stämme mit der Nutzung des Rohgummis, des Kautschucks, in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Mit den "Glücksrittern" begann die traurige Geschichte der Conquista des Regenwaldes.
Die Stämme wurden gejagd, versklavt, die Männer zur Kautschukgewinnung gezwungen. 90 Stämme am Amazonas sind für immer verschwunden! In dieser Zeit verschwanden auch bei den noch verbliebenen Stämmen die geselligen Gemeinschaftsbauten.
Diejenigen denen die Flucht gelang, verbargen sich in kleinen Hütten. Die männlichen Eroberer des Regenwaldes nahmen sich die hübschen Indiofrauen als Ehefrauen. Ihre farbigen Nachkommen werden Mestizen genannt. Sie bilden den Hauptanteil der Bevölkerung am Amazonas. Ihr Aussehen ist indianisch, ihre Lebens - wie Überlebenskultur ist westlich, wie indianisch geprägt. Viel indianisches Erbe findet sich im Synkretismus ihrer Glaubenssysteme, das vieles vom kostbaren Erbe der alten indianischen Kulturen enthält und noch weiter trägt, wie der einzigartigen Kultur des Curanderismo Amazoniens
Iquitos entwickelte sich damals aus einer kleinen Handelsstation zur mondänen Metropole. Die Stadt zählte noch 1886 etwa 2000 Einwohner und begann rasant zu wachsen. Ihre Geschäftsleute mit überseeischen Beziehungen waren zum einen Chinesen, dann Menschen aus Chachapoyas, Moyobamba, Tarapoto, Lamas und aus Brasilien. Bald schmückte die lokale Kautschuckbourgeoisie ihre Villen mit Stilmöbeln und italienischem Mamor. Zum Einkaufen fuhr man nach Paris, New York oder auch Hamburg. Durch die damalige Stadt fuhr bereits eine elektrische Eisenbahn. Um Iquitos das Aussehen einer internationalen Metropole zu geben, kauften die "Gummi-Barone" noch eine von Eiffel für die Pariser Weltausstellung entworfene Eisenkostruktion, und liesen diese auf der Plaza de Armas aufstellen, wo sie noch heute zu bestaunen ist.
Der wirtschaftliche Aufschwung des Kautschukbooms begann 1860 mit der brasilianischen Erlaubnis, ausländische Schiffen den Amazonas befahren zu lassen. Es gab eine direkte Schiffslinie die regelmässig von London nach Manaos fuhr. Manaos bekam ein Opernhaus in dem selbst Caruso sang. Innerhalb von 60 Jahren verzehnfachte sich die Bevölkerung des Amazonasgebietes durch Einwanderung, obgleich die Zahl der Indigenas rapid sank.
Doch ging der Höhenrausch jäh zu Ende, als der englische Botaniker Henry Wickham 70 000 Hevea Samen ausser Landes schmugelte. Die erste Ernte in Asien war 1911 und liess die Preise in Amazonien in den Keller stürzen. Die Kautschukbarone von Iquitos waren ruiniert. Der späte Versuch durch Plantagen die Wirtschaft wieder in Schwung zu bringen, scheiterte an der Synthetisierung von Gummi. Nach der versuchten Plantagenwirtschaft mit Gummi begann man mit der Kultivierung einer Pflanze die zur Herstellung von DDT den Grundstoff liefert, mit Barbados. Die Stadt zählt heute etwa 300 000 Einwohner. 140 000 leben in den Slums von Belen. Die Bewohner von der Provinz Loretto nennen sich Riberenos, Flussbewohner.
Um Iquitos liegen heute nationale und regionale Naturschutzparks. Der grosse Pacaya Samira Nationalpark und die Reserva Comunal Tamishiyacu Tahuayo, die vor kurzem zu einem Drittel für Schlägerungen frei gegeben wurde. Internationale Proteste waren ohne Wirkung. Don Pedros Aktivitäten sind eine Reaktion auf die vortschreitende Waldzerstörung, die den Medizinpflanzenbestand an sich zu gefährden beginnt.
Noch immer werden jedes Jahr 200.000 km² Regenwald weltweit abgeholzt Das entspricht fast halb Deutschland Jahr für Jahr, 6.000 Urwaldriesen Tag für Tag und ungefähr der Fläche von 16 Fußballfeldern Minute für Minute. Bei gleichbleibendem Tempo der bisherigen Zerstörung würden 2020 des 80-90% des Regenwaldes unwiederbringlich verloren sein.